Ist Hokono „das nächste EncroChat"? Nein — und hier steht, warum.

Stand: 25. August 2026

Wenn ein Dienst starke Verschlüsselung anbietet, kommt die Frage zu Recht: „Ist das nicht sowas wie EncroChat?" Wir beantworten sie lieber offen, als sie zu vermeiden.

Was EncroChat und Sky ECC waren

EncroChat (ausgehoben 2020) und Sky ECC (2021) waren geschlossene Krypto-Handy-Dienste: ein einziger Anbieter kontrollierte die modifizierten Geräte, die Server und den Update-Kanal. Vertrieben wurden sie faktisch über kriminelle Kanäle, beworben mit Funktionen zur Flucht vor Ermittlern — für vierstellige Abo-Preise, bar bezahlt.

Entscheidend ist, wie sie fielen: Ermittlungsbehörden kompromittierten die zentrale Server-Infrastruktur und spielten über den Update-Kanal des Anbieters Schadsoftware auf die Endgeräte. Nicht die Verschlüsselungs-Mathematik wurde gebrochen — der zentrale Anbieter war der Single Point of Compromise. Die Lehre aus EncroChat lautet nicht „Verschlüsselung ist verdächtig", sondern: Ein geschlossener, zentral kontrollierter Anbieter kann gegen alle seine Nutzer gewendet werden.

Warum Hokono strukturell das Gegenteil ist

EncroChat / Sky ECC Hokono
Quellcode geschlossen, geheim quelloffen, jede Zeile prüfbar
Vertrieb kriminelle Kanäle, Bargeld-Abos öffentlicher App Store, Impressum, registriertes Unternehmen
Vermarktung „Flucht vor Ermittlern" Privatsphäre als Grundrecht — für alle
Update-Kanal Anbieter konnte Implants ausspielen offener, reproduzierbarer Build; App-Store-Verteilung; signiertes Netzwerk-Verzeichnis
Konten Kundendatenbank beim Anbieter keine Telefonnummer, kein Konto — es existiert keine Nutzerdatenbank
Inhalte am Server über kompromittierte Infrastruktur zugreifbar Ende-zu-Ende, Post-Quanten-hybrid — der Server sieht nie Klartext oder Schlüssel
Logs zentral vorhanden keine IP- und Verbindungs-Logs — technisch nachgewiesen, nicht nur versprochen

Der Unterschied liegt nicht darin, ob verschlüsselt wird — Ihre Bank verschlüsselt auch. Er liegt in Absicht, Vermarktung, Betrieb und Architektur.

Für wen Hokono gebaut ist

Für Journalist:innen und ihre Quellen. Für Anwält:innen, Ärzt:innen, Berater:innen mit Verschwiegenheitspflichten. Für Unternehmen, deren Gespräche Betriebsgeheimnisse sind. Und für Privatpersonen, die schlicht finden, dass ein Telefonat niemanden außer den Beteiligten etwas angeht. Vertrauliche Kommunikation ist ein Grundrecht — es gilt auch dann, wenn es unbequem ist.

Die ehrliche Antwort auf die unbequeme Frage

Kann Hokono missbraucht werden? Ganz ausschließen lässt sich das nicht — das gilt für Signal, Threema, PGP und jedes andere starke Verschlüsselungswerkzeug genauso, übrigens auch für Bargeld und Autobahnen. Wer Missbrauch vollständig verhindern will, muss Vertraulichkeit für alle abschaffen — genau das halten wir für den falschen Tausch.

Was wir stattdessen tun: Wir vermarkten nicht an Kriminalität, wir verstecken uns nicht (Impressum, offener Code, benannte Betreiber), wir bauen bewusst keine Fähigkeit, einzelne Nutzer gezielt zu deanonymisieren oder ihnen manipulierte Versionen unterzuschieben — denn genau diese Fähigkeit war der Hebel, mit dem EncroChat gegen seine Nutzer gewendet wurde. Ein Werkzeug, das es nicht gibt, kann weder missbraucht noch erzwungen werden.

Und bei rechtmäßigen behördlichen Anfragen? Wir prüfen sie und antworten im gesetzlichen Rahmen — wir behaupten keine Immunität. Nur ist das, was wir herausgeben könnten, konstruktionsbedingt fast nichts: kein Klartext, keine Schlüssel, keine Verbindungsdaten, keine Kundendatenbank. Nicht aus Obstruktion — die Daten existieren schlicht nicht.

Woran wir noch arbeiten

Auch das gehört zur Ehrlichkeit: Heute betreibt ein Betreiber alle Netzknoten — die App sagt das jedem Nutzer offen. Echte Metadaten-Anonymität gegenüber dem Betreiber entsteht erst durch unabhängige, föderierte Betreiber; genau dorthin entwickeln wir das Netz. Der Unterschied zu EncroChat schon heute: Inhalte bleiben Ende-zu-Ende geschützt, der Code ist offen, und wir benennen die Grenze, statt sie zu verschweigen.


Fragen dazu? info@hokono.app — Sicherheitsmeldungen an security@hokono.app.